Berlin, News

Shutdown – der Sport wird Schritt für Schritt abgeschaltet

In der Computersprache nennt man es Shutdown – Herunterfahren. Jetzt hat es die Sportwelt getroffen und Schritt für Schritt werden immer mehr Sportveranstaltungen abgesagt. Grund dafür ist das Coranvirus.
1.000 Leute – diese willkürlich gewählte Zahl seitens der Politik – wurde diese Woche beschlossen. Veranstaltungen von mehr als 1.000 Leuten sind in den meisten Bundesländern untersagt.
Diese Zahl „1.000“ hätte für Sicherheit bei Schwimmveranstaltungen führen können. Sind doch die wenigsten Schwimm-Wettkämpfe mit mehr als 1.000 Sportlern besucht. Doch die 1.000 ist auch nur eine Zahl.

So wurden in Deutschland einige Wettkämpfe abgesagt:
Die erste Schwimm-Veranstaltung, die in Deutschland aufgrund des Virus abgesagt wurde (bereits am 4.3.), waren die DM Masters Lange Strecken vom 27. bis 29.3. in Solingen.
Es fanden die meisten im DSV-Kalender aufgelisteten Wettkämpfe statt, doch bei 2 Wettkämpfen gab es eine gelbe Kuller – ein Zeichen dafür, dass der Wettkampf ausfiel:
7.3.: 30. Nachwuchspokal in Bernburg (Saale);
7.3.: Rheingauer Jubiläums-Schatzkisten-Schwimmfest in Geisenheim

Das die Veranstalter unterschiedlich mit ihren Wettkämpfen umgehen zeigt folgende Übersicht:

NDM Masters Berlin
In Berlin sollen am 14. und 15.3.2020 die NDM der Masters stattfinden. Der Veranstalter hat auf seine Webseite mehrfach darüber berichtet, wie mit dem Virus umgegangen wird. U. a. müssen alle teilnehmenden Vereine ein Schreiben vorliegen, dass die teilnehmenden Sportler nicht aus der Krisenregion stammen. Erst durch diese Rückmeldung bis zum 10.3. konnte das Meldeergebnis endgültig erstellt werden. Aus den Zahlen wurde ersichtlich, dass z. B. 26 von 27 Berliner Vereinen dieser bitte nachkamen.
(Rand)Notiz: Damit könnte, das ist die Besonderheit, diese Veranstaltung zu einer der größten Sportveranstaltungen in Berlin am 14. und 15.3.2020 werden.

Essener Swim & Fun Days
Der „FINA-Approved“ Wettkampf „Swim & Fun Days“ findet vom 13. Bis 15.3. statt, hat aber folgende Einschränkungen verfügt:
„Dokumentationsempfehlung/Anwesenheitslisten
Die Stadt Essen empfiehlt, für organisierte Veranstaltungen wie die Swim & Fun Days eine Anwesenheitsliste zu führen, in der folgende Angaben aufgenommen werden:
Name, Vorname, Adresse, telefonische Erreichbarkeit.

Dazu werden wir auf unserer Homepage ein Formular zur Verfügung stellen, das man sich herunterladen und zur Veranstaltung mitbringen kann. Wichtig ist, dass für jeden Tag ein separates Formular ausgefüllt wird. Natürlich liegen diese Formulare auch im Eingangsbereich bereit, damit man sie vor dem Eintritt in die Wettkampfhalle ausfüllen kann.
Wir bitten um Verständnis, dass wir Besucher, die aus Datenschutz- oder anderen Gründen nicht bereit sind, ihre persönlichen Daten zur Verfügung zu stellen, keinen Zugang zur Schwimmhalle gewähren können. Diese Regelung gilt nicht für die teilnehmenden Sportler, deren Namen dem Veranstalter vorliegen“

Gothaer & Friends
Diese Traditionsveranstaltung sollte vom 20. bis 22.3. in Magdeburg stattfinden. Der Veranstalter entschied sich am 12.3. für eine Absage. Es ist zum ersten Mal, dass sie abgesagt wurde. Es hätte die 30. Ausgabe werden sollen.

Weitere Absagen (Auswahl):
– 26. Lilly-Edler-Pokal 2020, 14./15.3., Lübeck
– Neptun-Schwimmfest in Kiel am 14./15.3.
– 29. Internationales Schwimmfest der Stadtwerke Heidenheim AG, 20.-22.3.
– Head-Trophy München, 21./22.3.

Sport in den nächsten Wochen – die Zukunft sieht chaotisch aus
Nicht erst seit heute ist bekannt, dass der nationale wie internationale Sportkalender überfrachtet ist. Besonders im Fußball, Schwimmen und Wasserball sind die Termine zu eng bemessen. Das bekommen jetzt alle zu spüren. So wird reflexionsartig auf eine Verschiebung auf einen späteren Termin hingewiesen. Doch wie soll das realistisch aussehen?

Schwimmen
Ungarn untersagte alle Veranstaltungen mit 100 und mehr Personen. Bekannt ist, dass Anfang Mai und Anfang Juni die Schwimm-EM in Budapest stattfinden sollen. Zuerst die Senioren, dann die Masters. Auch wenn die Termine noch gefühlt weit in der Zukunft liegen müssen die Rahmenbedingen schon Wochen vorher klar sein. Sprich: Anfang April muss klar sein, ob die Veranstaltung stattfindet oder nicht.

Die abgesagten Veranstaltungen Gothaer & Friends (20.-22.3.), Stockholm Swim Open (3.-6.4.), Bergen Swim Festival (28.-30.3.) lassen es damit nicht zu, dass die Sportler z. B. ihre Leistungen für die kommenden Aufgaben präsentieren.
Sicherlich werden noch weitere auch nationale Veranstaltungen ausfallen. Damit ist die Frage berechtigt, wie die Normzeiten z. B. für die DJM, DM, J-EM und die Olympischen Sommerspiele erzielt werden können. Da diese Veranstaltungen aber in den nächsten 3 Monaten stattfinden und der Shutdown noch nicht den Boden erreicht hat, ist deren Durchführung zumindest fraglich. Die LEN, der europäische Schwimmverband, hat jetzt zumindest für den Wasserball verfügt:

Wasserball:
Alle Veranstaltungen werden verschoben. Das betrifft die Champions League (Tag 11, 10./11.4.), die Qualifizierungsrunde der Frauen, der Women’s Euro League (28.3.) und die Qualifikation für die U19 EM (3.-5.4.).
Auch die FINA sagte am 12.3. die Olympia-Qualifikation in Rotterdam ab (22.-29.3.). Neu angesetzt ist diese für den 31.5. – 7.6. Doch hier ist das Dilemma, das Chaos, vorprogrammiert. National (DWL, Männer) als auch international (Champions League) ist diese Zeit für die Finals reserviert. Ein Kampf zwischen LEN und FINA schein unausweichlich. Dazu Hagen Stamm, Bundestrainer Wasserball:
„Wir werden uns nun erst einmal mit den genauen Folgen dieser Entscheidung auseinandersetzen und uns dann entsprechend aufstellen.“ *
*DSV Zitat vom 12.3.2020

USA-Einreise verboten – was machen die Deutschen Starter für die DM?
Die USA verboten in der Nacht vom 11./12.3. die Einreise von Europäern (ab 14.3., für 30 Tage), nicht aber die aus Großbritannien. Es wurde nicht erwähnt, ob es auch für Bürger nach Europa gilt. Hier stellt sich die Frage, was mit den Startern von deutschen Schwimmern für die DM passiert. Auch wenn der Termin noch außerhalb des politischen Kalküls von 30 Tagen liegt (DM 30.4. – 3.5.) ist es für die Sportler dennoch wichtig zu wissen, ob sie a) Ausreisen und b) wieder einreisen können.

Trainingslager
In den kommenden Wochen stehen die Osterferien an. Zeit, wo viele Teams ihr Trainingslager außerhalb von Deutschland planen.
Es ist davon auszugehen, dass nicht alle Trainingslager stattfinden können. Gerade wird in Firmen das „Home Office“ neu entdeckt, beim Schwimmen könnte es zum „Home Trainingslager“ kommen.

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