Interviews, Wasserball

Interview Belén Vosseberg (Wasserball)

Das folgende Interview wurde im Rahmen des „Newsletters der Wfr Spandau 04“ im September 2019 als PDF veröffentlicht.

Sie ist die Kapitänin des Erfolgsteams 2018-19, war mit 92 Treffern erfolgreichste Torschützin und war als einzige Spielerin mit 20 Einsätzen bei allen Spielen dabei – Belén Vosseberg.

Berlin, 2.6.2019: Empfang des deutschen Meisters im Frauen Wasserball, die Frauen der Wfr Spandau 04. Zuerst auf dem Bahnsteig in Spandau und anschließend auf dem Clubgelände am Alfreds im Olympiapark. Mit Jennifer Stiefel (li) und Belén Vosseberg (re).

Wie verbringst du gerade die spielfreie Zeit?
Wir hatten diesen Sommer kein internationales Großereignis mit der Nationalmannschaft, daher konnte ich dieses Jahr etwas reisen. Ich habe beinahe den ganzen Juli in den USA verbracht. Da habe ich zuerst meine ehemalige Teamkollegin von Waspo 98 besucht, die in Los Angeles lebt und bin danach weiter nach San Clemente gereist, wo die Familie von meiner Teamkollegin Jenny wohnt. Dort habe ich ein paar traumhafte Wochen verbracht und bin unter anderem zum Grand Canyon gefahren. Ich musste aber natürlich trotzdem immer trainieren, ganz frei vom Wasserball ist es nämlich nie so wirklich. 😉
Anfang August hatten wir dann schon wieder unseren ersten Lehrgang mit der Nationalmannschaft und neuem Bundestrainer, um uns auf die EM Quali im Oktober vorzubereiten, wo wir auf Rumänien treffen.
Danach bin ich mit Marko noch ein paar Tage an die Ostsee gefahren, da er die Weltmeisterschaft in Süd Korea gespielt hat, für die wir uns mit den Frauen leider nicht qualifiziert haben. So konnten wir noch ein bisschen gemeinsamen Urlaub verbringen, bevor wir wieder voll in die Saisonvorbereitung gestartet sind.

Die letzte Saison, 2018-19, war schon einzigartig, oder?
Definitiv! Mit diesen Erfolgen hätte am Anfang so glaube ich, keiner gerechnet. Wir haben am Anfang der Saison gesponnen, dass wir vielleicht eine Medaille holen können, aber zu Beginn natürlich auch einige Spiele verloren.
Aber abgesehen von den Siegen, war für mich ganz besonders zu sehen, wie sich unsere Mädels von Spiel zu Spiel gesteigert und gelernt haben. Zu Beginn waren sie immer erstmal auf Abstand zu ihren Gegenspielerinnen, bloß keinen Körperkontakt, je mehr Spiele sie gespielt haben, desto mehr „Härte“ haben sie auch ins Spiel gebracht.
Und natürlich war es etwas ganz besonderes, weil es unsere allererste Saison war. Für die Mannschaft war es alles das erste Mal: Das erste Spiel, das erste HEIMSPIEL (vor so vielen Zuschauern spielen), die ersten Tore, der erste Sieg, danach kam dann die erste Pokalmeisterschaft, der erste Titel und dann die ersten Finals und natürlich die erste Deutsche Meisterschaft.
Es war einfach einzigartig, dass wir in unserer ersten Saison (mit Spandau oder überhaupt im Wasserball) direkt alle Erfahrungen auf einmal machen und wir sofort beide Titel holen konnten! Ich glaube das hat uns alle überwältigt!

In einer Saison Meisterschaft und DSV-Pokal – hast du das schon mal erlebt?
Ja, ich bin mit meinem ehemaligen Verein SV Bayer Uerdingen 08 bereits mehrfach Deutscher Meister und Pokalsieger geworden und wir konnten das Double einige Jahre verteidigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich aber noch eine ganz andere Rolle in der Mannschaft, gehörte eher zu den „Jüngeren“ im Team und habe in den Spielen noch nicht so viel Verantwortung getragen. Auch das waren schöne Erfolge! Aber noch keiner war so wie das Double dieses Jahr. Es war etwas ganz besonderes.
Wir haben diese Mannschaft von Grund auf aufgebaut und entwickelt und haben uns alle zusammen durch die harten Trainingswochen gekämpft.

Beschreibe doch deine Emotionen nach den Siegen im DSV-Pokal und der Meisterschaft!
Ich war einfach überwältigt und stolz auf das was wir erreicht haben. Ich denke die Gefühle sind sehr schwer zu beschreiben!
Der Sieg in der Meisterschaft war, glaube ich, noch mal etwas anders als im Pokal. Im Viertelfinale des Pokals hatten wir den großen Favoriten Bayer Uerdingen bereits rausgeworfen und waren dadurch ganz klar die stärkste Mannschaft, die beim Final Four vertreten war. Natürlich war die Freude trotzdem riesig, schließlich war es unser allererster Titel!!
In der Meisterschaft war das etwas anders. Besonders nachdem wir das erste Spiel der Serie zuhause direkt mit einem Tor gegen Bayer verloren haben – das war unsere erste Niederlage gegen Bayer in der gesamten Saison – da waren wir natürlich tierisch enttäuscht. Dadurch waren die beiden Siege die darauf folgten, dann aber besonders schön! Ganz besonders für mich war aber auch, wie der Verein uns nach dem Gewinn der Meisterschaft wieder in Berlin in Empfang genommen hat.

Du warst vor deinem Wechsel zu den Wfr Spandau 04 bei Waspo 98 Hannover; 2018 bist du nach Berlin gewechselt. Was waren die Gründe?
Ich bin in der Saison 2017/18 aus Uerdingen nach Hannover gewechselt. Zu dem Zeitpunkt habe ich schon in Berlin gelebt, das Pendeln nach Uerdingen war mir auf Dauer einfach zu weit. In Berlin gab es keine Mannschaft, deswegen habe ich mich für Hannover entschieden. Aber auch dahin musste ich jedes Wochenende pendeln, ein wirkliches Heimspiel hatte ich nie. Das ist einfach wahnsinnig anstrengend und kräftezehrend, neben dem täglichen Training dann mittwochs oder freitags nach Hannover zu fahren, um mich mit der Mannschaft für die Spiele vorzubereiten. Auch Studium und nebenbei etwas arbeiten wurde dadurch schwierig.
Daher kam die Idee auf, ob es nicht machbar wäre, eine Mannschaft in Berlin aufzubauen. Für mich war klar, sobald es eine Mannschaft bei Spandau gibt, werde ich natürlich bei Spandau spielen! Also habe ich auch schon in der Saison die ich bei Hannover gespielt habe, mit einigen der ehemaligen Schwimmerinnen trainiert, die sich für Wasserball entschieden hatten. Am Anfang waren wir vier oder fünf Mädels, zum Jahreswechsel wurden wir immer mehr und eine Mannschaft hat sich geformt. Schon vor Ende der Saison 2018 stand fest, wir wollen uns in der Bundesliga melden. Alle Spielerinnen waren dabei und damit habe ich dann auch entschieden, dass ich natürlich nächste Saison für Spandau ins Wasser springen möchte.
Ich habe meiner Mannschaft in Hannover von Anfang an erzählt, dass wir versuchen, ein Team in Berlin aufzubauen und ich habe ihnen frühzeitig mitgeteilt, dass wir uns für die Bundesliga melden werden und sie haben es verstanden und mich bei der Entscheidung unterstützt, für Spandau zu spielen.
Die Saison 2017/18 habe ich dann aber noch mit einer Silbermedaille in Meisterschaft und Pokal mit Waspo abgeschlossen.
Auch wenn ich natürlich vorher schon bei Spandau trainiert habe, erst mit der männlichen U17 und dann mit den Mädels schon unter Marko, war es durch das Pendeln einfach schwierig. Für mich hat der Wechsel meinen persönlichen und Trainingsalltag erleichtert und verbessert.

Wenn du heute gegen deinen ehemaligen Verein Waspo 98 spielst, welche Gefühle begleiten dich?
Als erstes ist es natürlich ein Spiel, was wir gewinnen wollen! Aber ich freue mich auch immer, die Mannschaft zu sehen. Zu einigen meiner ehemaligen Mitspielerinnen habe ich noch sehr guten Kontakt, die Zeit sich zu treffen fehlt aber, daher ist es immer sehr schön die Mannschaft zu sehen. Und die Rivalität zwischen Hannover und Spandau, die bei den Männern herrscht, gibt es bei den Frauen so nicht. Ich bin von Anfang an sehr gut in Hannover aufgenommen worden, obwohl ich aus Berlin bin und auch bei unseren Spielen gegen Hannover ist die Stimmung gut.
Bei unserem ersten Auswärtsspiel in Hannover, haben sie mir bei der Vorstellung für die letzte Saison gedankt und mich offiziell verabschiedet. Das war ein sehr schönes Gefühl, hat mich berührt und darin bestätigt, dass ich in Hannover, sowohl sportlich gesehen, als auch mit der Mannschaft, ein gutes Jahr hatte.
Das ändert aber natürlich nichts daran, dass ich jedes Spiel gewinnen will!

Wie erfolgte die Integration der neuen Spielerinnen?
Eigentlich ging das fast wie von selbst, mit viel gemeinsamen (und HARTEM) Training.
Das war von Anfang an klasse, bei allen Spielerinnen die dazu gekommen sind. Klar ist es am Anfang immer komisch, zu einer neuen Mannschaft zu kommen, die schon relativ lange zusammen trainiert, aber die ganze Mannschaft hat versucht, allen das Gefühl zu geben, willkommen zu sein. So sind alle Mädels, die dazu kamen, eine tolle Ergänzung zum Team. Alle haben sich sehr bemüht, sie zu integrieren und auch außerhalb des Trainings etwas zu unternehmen. Da ist unsere Mannschaft wirklich toll.

Was sind die Hauptunterschiede zwischen den etablierten Wasserballerinnen und den „Quereinsteigern“ vom Schwimmen?
Der größte Unterschied ist die Spielerfahrung, für unsere Schwimmerinnen war jede Situation im Spiel neu. Daran haben sie sich aber schnell gewöhnt.
Im Training mussten sie mehr an technischen Dingen, sowie Passen und Schießen arbeiten, die Wasserballerinnen mehr am Schwimmen.
So viele Unterschiede gibt es meiner Meinung nach nicht.

Konntest du mit deiner Erfahrung und deinem Engagement den Neuen helfen?
Natürlich habe ich versucht, meinen Mitspielerinnen in jeder Position bestmöglich zu helfen. Die Mädels kommen auch auf einen zu, wenn sie noch eine Frage habe oder Hilfe brauchen.
Ich denke, dass ich am Anfang die Mädels in den Spielen durch meine Erfahrung unterstützen konnte. Zu Beginn der Saison war manchmal der Spielüberblick ein Problem, da brauchten sie noch eine kleine Hilfe. Das hat sich von Spiel zu Spiel aber geändert. Natürlich übernehme ich noch manchmal die Verantwortung in schwierigen Spielsituationen, allerdings geht das auch nicht alleine.
Grade nach unserer Niederlage im ersten Finalspiel standen wir vor einer schwierigen Aufgabe. Wir mussten die nächsten beiden Spiele auswärts unbedingt gewinnen, um die Deutsche Meisterschaft zu holen. Nach dem verlorenen Spiel haben wir uns alle zusammengesetzt und wussten, was wir falsch gemacht haben. Alle Spielerinnen haben sich noch mal zusammengerauft und wussten, dass wir alles geben müssen. Da waren keine großen Worte mehr nötig.

Woran möchtet ihr in der neuen Saison arbeiten?
Wir müssen an unserem Angriffsspiel, besonders an unserer Beweglichkeit im Angriff, arbeiten und unsere Überzahlquote verbessern.
Außerdem müssen wir uns an die Regeländerungen anpassen und versuchen, diese möglichst gut für uns umzusetzen. Das wird nicht ganz einfach. Außerdem müssen wir unser Spiel auch an die internationale Härte angleichen, da wir Champions League spielen wollen. Auf internationaler Ebene wird einfach anders gepfiffen, wenn du nicht gut trainiert bist, gehst du unter. Da mitzuhalten muss unser Ziel sein.

Welche Ziele habt ihr in der kommenden Saison als Verein national und international?
Wir möchten in der Liga kein Spiel mehr verlieren und möglichst fehlerfrei spielen. Das müssen wir, um uns international behaupten zu können.
Außerdem möchten wir natürlichen unsere Titel verteidigen und den Supercup gewinnen und dadurch alle drei Titel nach Spandau holen!
International ist unser Ziel ganz klar: die Champions League und uns dort so gut wie möglich zu zeigen und so weit zu kommen, wie es geht. Das ist nicht leicht einzuschätzen, da in den letzten beiden Jahren kein deutscher Verein Champions League gespielt hat, aber wir sind positiv, dass wir uns gut präsentieren werden.

Du bist seit 2014 Nationalspielerin. Auf welche Erfolge blickst du gern zurück?
Ich hatte wirklich schöne Erlebnisse mit der Nationalmannschaft.
Ich habe seit 2013 an mehreren Junioren Europa- und einer Junioren Weltmeisterschaft teilgenommen.
Eine Erinnerung die besonders heraussticht war mein erstes Länderspiel mit der A-Nationalmannschaft. Es war ein Weltliga-Spiel gegen Griechenland und es war bei meinem damaligen Heimatverein Bayer Uerdingen. Meine ganze Familie und Freunde waren da und ich konnte dadurch in meinem früheren Verein, vor Heimpublikum, die Nationalhymne singen.
Mein schönstes Großevent war definitiv die Europameisterschaft 2018 in Barcelona. Wir hatten ein tolles Team und haben einige gute Spiele gemacht und die EM als Achter beendet.

Welche internationalen Ziele hast du, welche Ziele habt ihr für das Team Deutschland in der nahen Zukunft?
Mein internationales Ziel für nächste Saison mit Spandau ist auf jeden Fall Champions League zu spielen.
Mit der Nationalmannschaft ist es definitiv die Qualifikation für die im Januar stattfindende Europameisterschaft in Budapest und uns dort gut zu platzieren, um eventuell auch zu der Olympia Qualifikation im Frühjahr zu fahren.
Eine Olympia Qualifikation ist für 2020 leider unrealistisch. Ich hoffe allerdings, dass wir uns in Zukunft international nach oben kämpfen können, um hoffentlich mal wieder an einer Weltmeisterschaft teilnehmen zu können und mein oberstes Ziel sind natürlich die Olympischen Spiele. Dafür ist grade die Arbeit, die wir bei Spandau leisten sehr wichtig, damit wir eine tragende Säule für die Nationalmannschaft stellen.

Hast du immer schon im Angriff gespielt?
Ja, ich bin definitiv eher eine Angreiferin. Als Linkshänderin ist der Angriff auf jeden Fall meine Hauptaufgabe und mein „Job“ ist es, Tore zu schießen. Allerdings bin ich der Meinung, dass man im Wasserball „Angriff und Verteidigung“ nicht so einfach trennen kann. Jeder muss sowohl angreifen, als auch verteidigen können und das eine geht nicht ohne das andere, da man die Verteidigung bereits im Angriff einleitet und umgekehrt.

Gibt es das „beste“ Wasserball-Alter?
Ich denke das ist schwer zu sagen, jeder Sportler ist verschieden. Allerdings bin ich der Meinung, dass Frauen zwischen 23 und 30 die Leistungsstärksten sind.
Der Körper ist in diesem Zeitraum für Höchstleistungen ausgelegt, auch durch das Training über viele Jahre und die Sportlerin hat auch schon einiges an Erfahrungen sammeln können.

Hast du dich schon mal an anderen Sportarten versucht?
Als ich jünger war, bin ich einige Zeit geschwommen, bevor ich zum Wasserball gekommen bin. Das ist aber auch das einzige, was ich vor dem Wasserball gemacht habe. Ich fühle mich im Wasser deutlich wohler als an Land. Dadurch, dass meine Familie auch schon immer in Schwimmvereinen unterwegs war, lag mir erst Schwimmen und dann Wasserball nahe.

Du bist mit Marko Stamm zusammen, der auch im Verein dein Trainer ist. Geht es im Privaten auch oft um Wasserball?
Zuhause geht es definitiv oft um Wasserball. Manchmal versuchen wir natürlich auch etwas abzuschalten und Wasserball aus unserem Kopf zu verbannen und es gibt auch viele andere Themen die uns interessieren.
Allerdings lieben wir den Sport so sehr, dass das nie so lange funktioniert. Außerdem steht immer irgendwas an. Egal – ob bei Männern oder bei Frauen – es ist immer irgendein Spiel, ein internationales Turnier oder allein die Trainingsvorbereitung, die Marko für unser Training noch machen muss. Wir unterhalten uns über unsere Gegner, was wir verbessern müssen oder woran ich speziell arbeiten muss im Training.
Wenn wir zuhause unsere eigenen Spiele noch mal anschauen, geht es häufig auch einfach darum, wie sehr wir uns als Mannschaft schon entwickelt haben – was wir gut machen, manchmal auch – was wir schlecht machen. Wir versuchen zu überlegen, welche Übungen welche Spielerinnen voranbringen könnten. Und Marko muss natürlich auch unsere Videoanalysen etc vorbereiten.
Außerdem schauen wir uns einfach auch gern Wasserball an. Egal ob Männer oder Frauen, die internationalen Events wie Weltliga und Champions League sind immer schön zu schauen. Ich glaube, wenn man so eine Leidenschaft hat, ist es schwer nicht häufig darüber zu reden

Wie ist die Kommunikation von Kapitän (Marko Stamm bei den Männern) zu Kapitän (du bei den Frauen)?
Generell haben Marko und ich eigentlich nicht Gespräche „von Kapitän zu Kapitän“. Wenn wir beim Training sind, ist es Trainer zu „Spieler/Kapitän“. Das war gerade am Anfang ganz sicher nicht einfach. Besonders, wenn ich was im Training anders gesehen habe oder eine Situation anders in Erinnerung hatte. Im Endeffekt musste ich dann aber immer sagen, dass er nun mal mein Trainer ist und damit Recht hat. Außerdem haben wir es uns ja so ausgesucht und meist klappt es auch gut. Was das Training angeht, kann ich auch nur mehr als zufrieden sein. Die ganze Mannschaft (und auch ich im Speziellen) hat sich im letzten Jahr unheimlich weiterentwickelt und verbessert. Und bei den meisten Dingen sind wir auch einer Meinung!

Wie siehst du die Situation speziell beim Frauen-Wasserball in Deutschland?
In den letzen Jahren war es für den Frauenwasserball nicht einfach. Viele Vereine in Deutschland betreiben bei den Frauen keinen Leistungssport, das bedeutet, dass sie ca. 3-mal die Woche trainieren. Das ist im internationalen Vergleich VIEL zu wenig. In der letzten Saison haben neben Spandau auch noch 1-2 andere Vereine angefangen, häufiger zu trainieren. Bei uns in Spandau kommen wir auf 7-8 Wassereinheiten und 4 Krafteinheiten in der Woche. Das ist eine gute Anzahl und kann mit internationalen Vereinen verglichen werden.
Daher hoffen wir, dass wir uns auch mit den Top-Nationen der Welt in einiger Zeit wieder messen können. Das war zuletzt nicht der Fall. Wir haben bei den letzten beiden Europameisterschaften um Platz 7 gespielt. Die 6 besten Nationen in Europa sind weit entfernt. Außerdem reichte unsere Platzierung nicht dazu aus, uns für Weltmeisterschaften oder Olympia zu qualifizieren. Das führte dazu, dass wir nicht genug internationale Spiele hatten, denn nur durch internationale Spiele kann man sich auch leistungsmäßig an diese Mannschaften annähern.
Dadurch hatten wir auch geringe finanzielle Mittel mit der Nationalmannschaft und die individuelle Förderung für die Spielerinnen war ebenfalls gering.
Wir versuchen, uns für die im Januar 2020 anstehende EM zu qualifizieren. Außerdem haben wir in der Nationalmannschaft einen neuen Trainer und es gibt ein neues Konzept für „Frauen Wasserball“ im DSV. Der DSV versucht also grade quasi einen „Neuanfang“ für uns, um irgendwann in Zukunft an die internationale Spitze ranzukommen.
Dafür brauchen wir allerdings jedes internationale Spiel und so viel Training wie es geht und sowohl Spielerinnen und Vereine, als auch der Verband als Ganzes muss dafür an sich selbst und zusammen arbeiten.
Daher ist die Arbeit von Spandau und auch die Meldung in der Champions League unheimlich wichtig, um die Nationalmannschaft zu unterstützen.
Übrigens sind zu diesem Neuanfang der Nationalmannschaft auch unsere Wasserball-„Neulinge“ Inke, Melli und Canan eingeladen, worüber wir sehr stolz sind.