(Rand)Notizen, Masters

(Rand)Notizen EM Masters 2018, 2.9.

Autor: Mirko Seifert

Die EM der Masters im Schwimmen (Becken) findet vom 2. bis 7.9.2018 in Kranj, Slowenien, statt.

Fotos
Die Zeichen der Inkompetenz wurden schon im Vorfeld sichtbar. Nachdem ich Anfang des Jahres beim Veranstalter nachfragte, wie es mit einer Fotoakkreditierung aussieht tat sich erstmal nichts. Mehrere Emails blieben unbeantwortet. Dann endlich bequemte sich der Veranstalter und man teilte lapidar mit, dass es so etwas nicht gibt und der Eintritt frei ist. Diese Antwort zeigte, dass sich niemand meinen Text durchlas. Nach unzähligen hin- und her, einschließlich dem Verschicken meiner Daten und Passbild kamen wir überein, dass ich akkreditiert sei.
Doch Zweifel fuhren mit nach Kranj. Diese wurden ausgegraben bei der Akkreditierung: niemand hatte von meinem Anliegen gehört, meine Daten waren nicht da. Meine Ausdrucke beeindruckten die Mädels von der Anmeldung auch nicht. Nach vielem hin und her dann der Spruch, dass am Wettkampfstart ich noch einmal nachfragen sollte. Das tat ich: „Pflichtbewusst“ und mit angelegtem Fotoequipment stand ich bereit. Doch die Ansage passte ins Bild der letzten Monate: „Sie können nicht innerhalb des Absperrgitters Fotos machen und außerdem haben wir unsere eigenen Fotografen“.
Die „official photographer“ sah man dann auch sporadisch auftauchen, immer mit den Kitobjektiven und eine Art selbst gebastelter Kamera unterwegs, möglichst viele schlechte Bilder zu machen.
So steht das Fazit schon vor dem Ende der Veranstaltung fest: Inkompetenz gepaart mit Unvermögen, sich den aktuellen Fragen der Berichterstattung zu stellen sind diese Masters-EM nur ein Wettkampf für „Arme.“ keine Presselounge (ok, brauch ich auch nicht), keine Schränke, kein Fotografenbereich.

Wettkampf
Wassertemperatur im Wettkampfbecken: + 25,4 Grad.
Wetter: vormittags bedeckt, kein Regen, ab ca. 13.00 Uhr aufklarend mit Sonne, im weiteren Verlauf wolkig, kein Regen, max. + 20 Grad. C.

800 m Freistil der Männer und Frauen, Start 09.00 Uhr
Es wurde in Doppelbahnbelegung geschwommen. Reihe A von der Hauptstartbrücke, zuerst, rechts schwimmend, gelbe Kappen; Reihe B von der 50 m Startbrücke, als zweites, ca. 20 Sek. später, links schwimmend, weiße Kappen.
Alle 800 m Freistilteilnehmer mussten über ihre Badekappe die vom Veranstalter gestellten Kappen aufsetzen. In einem Lauf trugen aber 2 Männer von Anfang an keine Kappe. Die Zeitmessung erfolgte elektronisch. Die Anschlagmatten waren beidseitig angebracht. Die Wendetafeln hielten die Kampfrichter, aber nicht ins Wasser.
Trotz der Pflicht der Rückmeldung für die 800 m bis gestern 18.00 Uhr blieben einige Bahnen leer.
Es gab nur einen Sprecher (Mann). Musik wurde, wenn auch nicht intensiv, während den Läufen gespielt. Einen Videostream gab es nicht.
Es gab nur eine Anzeigetafel. Die war immer um 100 m hinterher, sprich wenn die Sportler 400 m absolviert hatten kamen die Ergebnisse der „300 m“.
Der letzte Lauf der Männer war Einzelbahnbelegung.
Die Sportler sollten sich 15 Min. vor Laufbeginn im Vorstartzelt melden.
Siegerehrungen wurden Stück für Stück auch schon während der 800 m durchgeführt.
Ein deutscher Sportler verlor die weiße Kappe.
Es schwammen alle Sportler immer Kraul.
Einer der ältesten Teilnehmer Jan SLEZYNSKI (Jg 1931) im Lauf 1 wurde angefeuert. Doch es nützte nichts: er hat offiziell keine Zeit bekommen (NT = No Time), die Pflichtzeit war schneller und deswegen fällt er durchs Roster.
Eine Name kam doppelt vor, doch dabei handelt es sich um verschiedene Personen: Barbara Wachter aus Deutschland gab es einmal mit Jahrgang 1940 und einmal mit 1991.

Nach den 800 m war das Wettkampfbecken gesperrt. Es erfolgte ein mind. 1 stündige Mittagspause; danach ging es zu den Staffeln (Beginn 16.30 Uhr). Die Mittagspause (Länge mind. 1 Std.) findet jeden Tag statt. In Deutschland nennt man sie Abschnittspause.

Doch Abschnitte gibt es hier nicht. Von „Sessions“ ist keine Rede. Auch Wettkampfnummer spielen eine untergeordnete Rolle. Was zählt – zumindest bei der Kommunikation – sind die Strecken.

Generell
Es gibt eine 15 m Leine.
Körbchenkinder (nur Mädchen) bringen die Sachen immer zum Vorstartzelt zurück.
Eimer gibt es auch.
Ergebnisanzeige: während des Wettkampfes werden die Ergebnisse anders als in Deutschland angezeigt. Hier bei der EM erscheint der Erste oben, gefolgt von den weiteren Platzierungen. In Deutschland wird die Laufbelegung beibehalten und erst im Ergebnis die Reihenfolge angezeigt.

Eröffnungsveranstaltung
Am Abend gegen 19.30 Uhr fand im Freibad die Eröffnungsveranstaltung statt. Sie dauerte ca. 45 Min.; sie wurde mit Musik, dem Einmarsch der Landesfahnen und Ansprachen ausgeschmückt.