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Titze Cup – IPC Weltrekord, aber ohne Anerkennung

Autor: Mirko Seifert

12.3.2016, Berlin: Schnell Schwimmen reicht nicht. Torben Schmidtke bei seinen 200m Brust - der WR wird ihn verwehrt bleiben.
12.3.2016, Berlin: Schnell Schwimmen reicht nicht. Torben Schmidtke bei seinen 200m Brust – der WR wird ihn verwehrt bleiben.

Am heutigen Samstag (12.3.2016) stellte Torben Schmidtke (SC Potsdam) einen neuen Weltrekord über 200m Brust der IPC (International Paralympic Committee), Kategorie SP 6, auf. Er schwamm 3:00,82 Min. – doch leider wird dieser WR nicht anerkannt werden. Laut IPC Regularien müssen Veranstaltungen, wo Schwimmer bei anderen Wettkämpfen mitschwimmen, angemeldet werden, damit die Rekorde anerkannt werden können. Beim Titze Cup waren einige IPC Schwimmer aus Potsdam am Start. Doch keiner ahnte, dass auch ein Weltrekord geschwommen werden könnte. Leider kann die Veranstaltung nicht im nachhinein angemeldet werden.

Das Ergebnis hat zur Folge, dass es einen neuen Deutschen Rekord gibt – der schneller als der ER und WR ist. Der Deutsche Rekord wird so anerkannt, aber nicht der ER und WR. Dabei wurden die meisten Kriterien erfüllt: das Becken hat die richtige Länge, die Zeit wurde automatisch ausgewertet und auch das Kampfgericht achtete auf die Besonderheiten für IPC Sportler. Doch das reicht nicht. Obwohl immer öfter von Inklusion die Rede ist – Einbeziehung von Menschen in die Gesellschaft, hier in Form von behinderten und nicht behinderten Sportlern beim Titze Cup – bezieht sich dieser Begriff nicht auf die Bürokratie und Formalien. Die Regularien von IPC und DSV passen nicht zusammen: Exklusion.

Für Torben Schmidtke wäre es der 6. Weltrekord gewesen. Er trainiert bei Dörte Paschke, in dieser Woche waren sie in Potsdam in der Höhenkammer. Er war selber überrascht über diese Zeit und quittierte den Rekord mit „ich bin völlig platt“.

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Webseite Titze Cup
Bilder Torben Schmidtke