(Rand)Notizen, JEM

(Rand)Notizen JEM 2014, Dordrecht: 10.7.2014, Tag 2 von 5

Autor: Mirko Seifert

Prelude:
Ihren Frust über das verlorene Halbfinale gegen Argentinien bekam Fam. Wierling zu spüren. Am Morgen hatte ihr neuer Wagen einen 20cm lange bis auf das Blech gehenden Schramme. Gastfreundschaft sieht anders aus.
Die ein oder andere Gängelei bekomme ich auch zu spüren. Am Tag 1, bei den Vorläufen, durfte, wie man erwarten konnte, sich auf dem Weg und am Becken frei bewegen. So steht es auch auf den Ausweisen der Akkreditierung: Media Pool, Pool Deck und Public Area.
Doch mit den Finals kam die Gängelei: nur noch per Escort dürfen Mediavertreter, also nicht nur ich, an die Fläche geführt werden, wo sie ihre Sachen haben (Media Pool). Diese Tribüne ist groß und erhöht und es ist Platz vorhanden. Nur die Vorschrift, ausschließlich von dort Fotos machen zu dürfen, haben wir vernommen und darüber geschmunzelt. Wir haben auch ausserhalb unseres Geheges unsere Fotos gemacht. Auf Nachfrage, warum es auf der Akkreditierung anders steht entgegneten die „kompetenten“ Azubis, dass der Ausrichter hier nichts zu sagen habe. Die Anweisung käme von der LEN. Und warum müssen die Mediavertreter gleich eines Gefängnisstransportes zum Media Pool begleitet werden? Darauf die Antwort: damit wir keinen Kontakt zu den Sportlern aufnehmen können. Der Kontakt ist nämlich verboten. Aha. Als ich dann einen deutschen Sportler im Vorübergehen mit einem „Guten Morgen“ begrüßte machte ich mich schon strafbar. Meine Begleiterin sah von einem Hausverbot ab und eskortierte mich zu meinem Platz. Der Rückweg sollte auch so gestaltet werden, nur dass das dann niemand mehr interessiert.
Da alle Menschen gleich sind und gleich behandelt werden gilt das Geschriebene nicht für die Mediavertreter, die mit Orangen Shirts durch die Halle gehen.

JEM in anderen Sportarten
Dieses Jahr findet keine JEM der Synchronschwimmerinnen statt. Letztes Jahr noch 10 Tage vor der Schwimm-JEM in der Halle in Poznan entfällt dieser Wettbewerb 2014 gänzlich. Die JEM der Wasserspringer fanden vom 1. Bis 6.7. Bergamo, Italien, statt.

DJ der Veranstaltung …
… ist Boy de Winter. Er ist auch Produzent und verkauft/produziert Zylinder für den Pferdesport. Imponierend ist seine CD Sammlung: 30.000 Stück hat er mit der Schwimmhalle. Sein Mischpult und Technik braucht dann mind. den Platz wie die Sportler für die Siegerehrung. Dafür ist er auch immer in der Halle und brachte auch das Soundsystem mit. Anders als z. B. in der SSE wird der Sound nicht über die Schwimmhallen-Anlage gesendet. Musik ist dann auch ein ständiger Begleiter der Veranstalter. Es gibt nur bei den Starts eine Ruhephase. Ansonsten heißt es: let the music play.
Da die Mediavertreter fast direkt neben dem Hauptsoundsystem ihr Lager aufgeschlagen haben fühle ich mich manchmal direkt in eine Disco versetzt.

Die Vorläufe:
Die Vorläufe begannen um 8.51 Uhr. Die Reaktionszeiten werden auf der Anzeigetafel und im Protokoll aufgelistet. Anders als gestern wurde der Video-Live Stream auch in der Halle übertragen, zusätzlich zu den Zeiten.
Die Sportler sind es gewöhnt, während eines Wettkampfaufenthaltes ihre feste Position zu haben. Nicht bei dieser Meisterschaft. Jeden Tag wird umgezogen. Jedes Land ist in eine Gruppe eingeteilt. Deutschland ist in Gruppe 1. Dazu gibt es einen Belegungsplan. Mehr dazu im Bild dazu.
Wie schon 2013 gibt es keine 15m Tauchleinen. Die Markierungen der Leinen sind aber so genau und verrutschen nicht, dass dies nicht weiter auffällt.
Nach dem Mittagessen gab es ein kurzes DSV Mannschaftsmeeting im Hotel. Dort bekamen die Plätze 4 bis 8 ihre Urkunden, die hier im Sprachgebrauch „Diploma“ heißen. Auch die Staffelteilnehmer, die gestern im Vorlauf im Einsatz waren, bekamen alle Ehrungen wie die Leute, die auf dem Siegertreppchen waren: Medaille, Urkunde und Maskottchen.
Der Regen ist weg. Seit Sonntag regnete es praktisch ununterbrochen in Dordrecht. So richtig hell wurde es auch nicht. Ich fühlte mich schon an die Kurzbahnmeisterschaften im November in Wuppertal vorversetzt. Sofort waren es heute ca. 26 Grad C. und es war schwül. Die Sonne zauberte dann, es kann auch Zufall sein, das Lächeln auf einige Schwimmerinnen zurück. Marlene Hüther und Katrin Gottwald konnten heute nach ihren Rennen lächeln.

Wieder waren die IPC Schwimmer am Anfang des Abschnittes unterwegs. Da es auch Blinde im Lauf gab war es schon „komisch“ mit anzusehen, dass der Kampfrichter mit der Handbewegung den Sportler signalisierte, sie mögen das Wasser verlassen. Da aber Blinde nicht sehen können sagte es ihr eine Sportlerin im Wasser.
Carmen Franiczek ist wieder soweit gesund und konnte die 400m Freistil schwimmen.

Die Finals:
Es gab 2 Junioren-Weltrekorde. Erst dieses Jahr von der FINA ins Leben gerufen, schwamm die Russin Daria K Ustinova in 2:09,21 Min. über 200m Rücken und unterbot damit die „target time“ der FINA von 2:09,74 Min. Den anderen stellte zum zweiten Mal innerhalb von 24 Std. der Grieche Christou Apostolos in 54,03 Sek. auf 100m Rücken. Auf. Beide bekamen danach einen Blumenstrauß. Der Grieche wie auch die Siegerin über 100m Freistil (Russland) über 100m Freistil mussten anschließend zur Dopingkontrolle.

Ich habe heute mal die VIP Gäste in unregelmäßigen Abständen gezählt. Bei den Vorlauf waren KEINE anwesend. Heute Nachmittag dann um 17.20 Uhr 1 Person, 17.26 Uhr 4 Personen, 17.49 Uhr 8 Personen.

Leider schaltet die Anzeige der Ergebnisse nach ca. 15 Sek. schon um und alles verschwindet. Unverständlich, ist doch genügend Zeit bis zum nächsten Lauf.

Das deutsche Team hatte heute blaue Shirts an.

Max Pilger gewann die erste Einzelmedaille (Gold) über 200m Brust für Deutschland. Beim Abendbrot im Hotel wurde er beim Essen mit Applaus empfangen.

Marlene Hüther war viertletzte beim Einschwimmen im Wettkampfbecken. Die Halle war heute wärmer als gestern. Man spürte gleich, dass es draußen ca. 13 Grad. C. mehr als gestern waren.

Für den Live-Stream im Internet und die Videos auf der Anzeigetafel werden 4 Videokameras eingesetzt: 1 im Wasser, 1 über der Hauptstartbrücke auf der Tribüne, 1 in der Mitte des Becken bei 25m und 1 Kamera beim 50m Start. Von Menschen bedient wird nur die bei 25m und auf der Tribüne.

Der Abschnitt begann fast pünktlich und endete laut Plan 8 Min. später.

Wettkampfmeter und Einsätze
Wer hatte beim deutschen Team die meisten Wettkampfmeter und Einsätze nach Tag 2?

Wettkampfmeter

Alina Jungklaus 1600
Josephine Tesch 1300
Leonie Kullmann 900
Konstantin Walter 800
Alexander Kunert 700
Laura Riedemann 700
Max Pilger 600
Ruben Reck 600
Lisa Höpink 600
Maxine Wolters 600
Marlene Hüther 550
Marek Ulrich 500
Damian Wierling 500
Annalena Felker 500
Katrin Gottwald 500
David Thomasberger 450
Henning Mühlleitner 400
Carmen Maria Franiczek 400
Nele Klein 400
Johannes Tesch 300
Oliver Zeidler 300
Laura Goldbach 200
Jana Zinnecker 200
Tommi Wolst 100
Pascal Winter 50
Felix Kusnierz 0

 

Einsätze

Leonie Kullmann 6
Konstantin Walter 5
Alexander Kunert 5
Marlene Hüther 5
Marek Ulrich 5
Damian Wierling 5
Katrin Gottwald 5
Alina Jungklaus 4
Laura Riedemann 4
Annalena Felker 4
Nele Klein 4
Josephine Tesch 3
Max Pilger 3
Ruben Reck 3
Lisa Höpink 3
Maxine Wolters 3
David Thomasberger 3
Johannes Tesch 3
Oliver Zeidler 3
Jana Zinnecker 2
Henning Mühlleitner 1
Carmen Maria Franiczek 1
Laura Goldbach 1
Tommi Wolst 1
Pascal Winter 1
Felix Kusnierz 0

 

IPC Sportler: Wettkampfmeter

Klaus Steinhauser 400
Janina Savelsberg 400
Hannes Schürmann 300
Bastian Fontayne 300
Julian Erxleben 200

Zu gestern:
Heute nacht gegen 01.00 Uhr knallten die Feuerwerkskörper. Ich dachte schon, Holland habe beim WM-Halbfinale gewonnen. Am Morgen dann die Auflösung: Holland fährt nach Hause.